Es werden multifunktionale Einsatzeinheiten (EE) geschaffen, die bei
Schadensereignissen jeder Größenordnung schnell und flexibel in der Lage sind,
abgestimmt auf die bereits bestehenden Strukturen des Rettungsdienstes und der
Feuerwehren, den betroffenen Menschen gezielt zu helfen.
Die direkte Anbindung der Sanitätsgruppe der Einsatzeinheit an den
Rettungsdienst sowie die zeitnahe Einbindung der Betreuungsgruppe in die
Hilfeleistung schließt die bisher vorhandene Versorgungslücke zwischen dem
Rettungsdienst und dem Katastrophenschutz.
Durch die multifunktionale Struktur der Einsatzeinheit mit ihrer Ausstattung
und der Ausbildung des Personals ist das DRK jederzeit in der Lage, den
Rettungsdienst bei der Versorgung von Verletzten und Kranken wirkungsvoll zu
unterstützen, zu ergänzen und ggf. abzulösen. Die von einem Schadensereignis
betroffenen, aber unverletzten Menschen werden betreut und versorgt. Je nach
Schadenlage unterstützen sich die Sanitäts- und Betreuungsgruppe gegenseitig bei
der Aufgabenerfüllung.
Technisch ausgebildetes Fachpersonal mit entsprechender Ausbildung ergänzt
und unterstützt die Sanitäts- und Betreuungsgruppe in ihren Aufgaben.
Die DRK-Einsatzeinheit kann sowohl als komplette Einheit, als auch in
Fachgruppen eingesetzt werden.
Personalstärke und Ausstattung
Die Personalstärke der Einsatzeinheit beträgt 33 Einsatzkräfte. Zu jeder
Einsatzeinheit gehört ein Arzt. Der Arzt muss die Qualifikation zum Notarzt
("Fachkundenachweis Rettungsdienst") besitzen. Eine personelle Zweitbesetzung
der Einsatzeinheit ist mindestens zu gewährleisten.
Untersuchungen von Schadensereignissen unterhalb der
Katastrophenschutzschwelle in den vergangenen Jahren haben gezeigt, dass es in
kürzester Zeit zu einer großen Zahl hilfebedürftiger -verletzter und
unverletzter- Personen kommt. Der Rettungsdienst konzentriert sich vorrangig auf
die Versorgung von Notfallpatienten und deren Transport in die Kliniken.
Da der Rettungsdienst prinzipiell (entsprechend der DIN) für den
individuellen Notfall ausgestattet ist, reicht die Ausstattung eines RTW oder
KTW in der Regel nur für die Versorgung eines Notfallpatienten aus. Insbesondere
mangelt es bei einem Massenanfall von Verletzten an Material, wie Tragen,
Decken, Infusionen, Medikamenten, Ruhigstellungsmaterial und Sauerstoff.
Außerdem verfügt der Rettungsdienst über keinerlei Möglichkeiten, bei schlechter
Witterung z.B. einen überdachten Verbandplatz (Zelt) oder bei Dunkelheit
Beleuchtung zu schaffen. Die Einsatzeinheit schließt diese
Versorgungslücke.
Die Einsatzeinheiten im Deutschen Roten Kreuz
Die Einsatzeinheit
Veränderungen der politischen Gegebenheiten in Europa
(Ost-West-Entspannungsprozess, Wiedervereinigung Deutschlands), begleitet von
einschneidenden Änderungen der politischen Vorgaben im Zivil- und
Katastrophenschutzes, sowohl finanziell als auch strukturell, und die
insbesondere im Bereich des Rettungsdienstes in den vergangenen Jahren
veränderten Hilfeleistungsstrukturen haben ein Anpassung des Leistungsangebotes
des Deutschen Roten Kreuzes erforderlich gemacht.
Die Größe der bisher bestehenden Einheiten des Sanitäts- und
Betreuungsdienstes des Katastrophenschutzes, ihre langen Alarmierungszeiten und
ihre stark auf den Zivilschutz abgestimmte Ausstattung und Ausbildung haben dazu
geführt, dass diese Einheiten bei der Bewältigung von Schadensereignissen in den
vergangenen Jahrzehnten immer weniger zum Einsatz kamen.
Überlastete Rettungsdienste und Feuerwehren bei größeren Schadensereignissen
einerseits, und frustrierte, demotivierte, weil nicht mehr gebrauchte
Helferinnen und Helfer der Hilfsorganisationen andererseits waren die Folge.
Die Gremien des Deutschen Roten Kreuzes haben daher eine Umstrukturierung der
Einheiten beschlossen. Ziel ist es, den veränderten Anforderungen gerecht zu
werden, die sich aus den Schadensereignissen ergeben können, wie sie in einer
modernen Industriegesellschaft möglich sind.
Die Komponenten der DRK-Einsatzeinheit
Der
Führungstrupp
Die
Sanitätsgruppe
Die
Betreuungsgruppe Die Gruppe Technik und Sicherheit
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